Riesengebirge 2006

Unterwegs waren:
Mario, Edith, Chris, Manni, Guido, Marlie, Olaf, Jöckel, Wolfgang, Monika, Erwin, Maegie, King und Angelika

Datum:
09.06.2006 - 18.06.2006
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Donnerstag, 15.06.2006

Es war wie immer, viel zu früh aufgestanden (allerdings nur meine persönliche Meinung). Heute mussten wir uns von Olaf, Jöckel und Manni trennen. Die Drei fuhren nach Hause, weil Olaf eine WM-Karte für ein Spiel am Samstag in Köln hatte. Olaf wollte zwei Tage zurück fahren, Jöckel wollte ihn nicht alleine fahren lassen und Manni schloss sich den Beiden an, warum weis ich nicht.
Der Rest der Truppe –außer Mario und Edith, die hatten offensichtlich keine Lust auf Stadtbesichtigung- machte sich auf den Weg nach Breslau zu fahren. Die Straße, übrigens eine große, breite Straße von der Kategorie Bundesstraße, war bis hinter Waldenburg eine einzige Katastrophe. Von Schlaglöchern übersäht, teilweise konnte man nur 30 km/h fahren, furchtbar. Hinter Waldenburg hielt ich zur ersten Zigarettenpause an und überlegte, zurück zu fahren, weil es machte einfach keinen Spaß bei den Straßen. Aber wir entschlossen uns, weil wir ja wahrscheinlich nicht mehr hier in die Gegend kommen würden, doch bis Breslau weiter zu fahren. Und siehe da, einige hundert Meter weiter wurde die Straße richtig gut. Im nächsten Ort fuhren wir an einem Verkehrsunfall vorbei und nach wenigen Minuten hörten wir die Sirenen eines Rettungswagen. Der überholte uns natürlich. Wir dachten glaube ich alle, dass das mit dem Unfall zu tun haben müsste. Aber im nächsten Ort, sahen wir den Grund. Heute war Fronleichnam und viele, viele Leute nahmen an den Prozessionen in den Orten teil. Hier lag rechter Hand auf einer Anhöhe eine Kirche. Viele Menschen standen vor der Kirche und mittendrin der Rettungswagen. Wahr wohl jemand umgekippt. Der spätere Kommentar von Erwin in Breslau: „ Da hat wohl jemand den Pastor erschossen. Seine Predigt war wohl Scheiße!“
In Breslau angekommen, wurde es für mich zuerst einmal ein Problem in die Innenstadt zu kommen. Nach einigem Hin und Her fand ich dann den großen Marktplatz. Hier war jede Menge Trubel. Marktstände mit den unterschiedlichsten Waren waren aufgebaut. Wir stellten unsere Mopeds zusammen, schlossen alles was möglich war ab, nahmen alles was möglich war mit, denn man ist ja gewarnt.


Unser Weg führte uns auf einen noch größeren Platz, offensichtlich der Hauptplatz in Breslau. Bald war auch ein sehr schönes, nobles Restaurant für unsere Pause gefunden. Man sagte uns allerdings, dass wir draußen auf der Terrasse nur alkoholfreie Getränke serviert bekämen, im Inneren des Lokal gäbe es aber Alkoholika. Grund, Fronleichnam. Natürlich nahmen wir draußen auf der Terrasse Platz, denn Alkohol während des Tages war und ist absolutes Tabu.
Wir bestellten uns die unterschiedlichsten Sachen, Eis, Pfannkuchen, Salatteller usw. Ich rief meine Tochter an, um ihr mitzuteilen, dass ich, zusammen mit Edith und Mario bei ihr von Samstag auf Sonntag übernachten möchte. Folgender Wortlaut entwickelte sich: „Tach, ich bin hier in Warschau und komme morgen mit Edith und Mario bei Dir zum Übernachten vorbei“. „Quatsch“, mischte sich da Erwin ein: „Du bist hier in Breslau und kommst Übermorgen vorbei“. Brüllendes Gelächter. Ich klärte das mit meiner Tochter und Erwin brachte seinen mittlerweile schon fast klassischen Spruch an: „ Ja, ja, so hat das mit unserem Spitz auch angefangen, dass arme Tier. Wir mussten ihn nachher einschläfern lassen!“
Nach einer halben Stunde hörten wir kirchliche Musik, die Fronleichnamsprozession erreicht den Marktplatz und zog genau an uns vorbei. Angeführt wurde sie durch polnisches Militär, gefolgt von Polizei, Schützenverein, Honoratioren und dann folgte der Pastor mit Monstranz unter einem von 4 jungen Männern getragenen Himmel. Dahinter die Messdiener und dann das „gewöhnliche“ Volk. Mittendrin im Volk ein Lautsprecherwagen mit jemandem der Litaneien „krächzte“. Ich schätze mal so an die 200 – 300 Leute nahmen an der Prozession teil.


Nachdem die dann vorbei war, machten wir uns zu Fuß auf, die Innenstadt mit ihren wunderschönen Patrizierhäusern Breslaus zu erkunden. Irgendwann kam King und Angelika auf die Idee, sich doch mit einer Kutsche rundfahren zu lassen. Nur Erwin, Maeggi, King, Angelika und ich machten diese Fahrt mit. Die Anderen hatten dazu keine Lust und wir verabredeten uns für 15:00 h am Abfahrtsort der Kutsche. Es war eine schöne Kutschfahrt, leider konnten wir uns mit dem Kutscher nicht verständigen, sodass wir die Rundfahrt ohne weitere Information genießen mussten. Nachdem wir uns wieder getroffen hatten, gingen wir zu unseren Mopeds. Siehe da, alles war noch da. Marlies erzählte, sie hätte Leute an den Maschinen gesehen, die alle Mopeds fotografiert hätten. Sie habe sie darauf angesprochen und plötzlich wären sie alle weg gewesen. Na ja, ist wahrscheinlich noch mal gut gegangen. Wir machten uns abfahrbereit und ich fuhr los. Aber es dauerte eine ganze Zeit, bis der Rest der Mannschaft nachkam. Der Grund dafür wurde mir später erzählt. Marlies hatte ein Schloss an ihrer Yamaha angebracht, aber vergessen, dieses vor Abfahrt abzumachen. Sie muss wohl mehrfach versucht haben loszufahren, was natürlich mit dem Ringschloss im Vorderreifen nicht gelang, bis King ihr sagte, dass es einfacher gehen würde, wenn sie das Schloss erst entfernen würde. Deshalb die Verzögerung. Ich hatte geplant über die B5 zu fahren, die gleichzeitig mit der A4 aus Breslau hinausführte. Ich folgte dem Hinweisschild B5, fuhren aber auf der A4 und mit jedem Kilometer wurde ich ungeduldiger, denn die Abfahrt nach Kamienna Góra (B5) kam und kam nicht. In der Nähe von Liberec fuhr ich dann auf einen Rastplatz. King bemerkte als Erster, dass wir schon viel zu lange auf dieser Straße waren. Ein Blick auf die Karte bestätigte das.
Wir tranken etwas und als wir bezahlen wollten, machte die sehr unfreundliche Kellnerin Stress. Einzeln abrechnen wollte sie nicht und bestand auf der Zahlung der Gesamtsumme. Na ja, nicht alle Menschen sind halt freundlich.
Kurz hinter der Raststelle kam dann endlich eine Abfahrt, der Wegweiser zeigte Jelenia Gora an. Die grobe Richtung war zwar richtig. Aber in Bolkow mussten wir die A 3 verlassen und die A 5 fahren. Das tat ich auch, aber niemand folgte mir. Ich fuhr zurück und Erwin erklärte mir etwas erbost, dass ich ja wohl verfahren hätte. Wir müssten rechts Richtung Jelenia Gora. „ Von mir aus, fahren wir über Jelenia Gora“ war etwas beleidigt meine Reaktion. Nachdem wir aber ein Stück gefahren waren, hielt ich an, das konnte nicht richtig sein. Wir drehten uns und nach einer langweiligen, endlos erscheinenden Fahrt kamen wir dann endlich über Kamienna Góra nach Kowary. Hier wieder getankt und dann ... Garage auf – Mopeds rein – rauf auf die Terrasse – Klamotten aus – Bier – duschen – Abendbrot.
Am Abend gingen wir mal nicht zum Fußball, sondern in eine Kneipe, ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Wir hatten von „unserer“ Terrasse aus Live-musik gehört und dann spontan beschlossen uns das mal anzuhören.


Es war eine junge Band die aufspielte. Die Stücke, die sie darbrachten waren irgendwie alle gleich. Aber, na ja, sie waren noch jung und können bestimmt noch viel dazu lernen. Um 22:00 h war Schluß Lustig und mit der Musik. Wir aber saßen noch eine ganze Zeit hier in der herrlichen Abendluft und tranken unsere Biere. Ein richtig schöner Sommerabend.


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