Mittwoch, 04.06.2008
Diese Strecke hatten wir uns für heute vorgenommen:
Arabba – Pieve – Andraz – Colle Santa Lucia – Passo Giau – Cortina – Passo Tre Croci – Lago Misurino – Auronzo – Lago di Cadoro – Pieve di Cadoro – Vorcula Cibiana – Forcula Staulanza – Colle Santa Lucia – Andraz – Arabba
Der Blick auf das Barometer und Thermometer ließ doch Zweifel an der Entwicklung des heutigen Wetters aufkommen. Nach unserem Frühstück konnten wir auf der Terrasse erkennen, 14° und ein Luftdruck von ca. 1.000 Hecto Pascal, aber leider fallend.
Na ja, mal sehen, was kommt. Astrid und Matthes kamen wie immer pünktlich um 10:00 h nach Arabba und die Fahrt ging los. Bergab bis zur Tankstelle. In Pieve hielten wir an, aber zu unserem Erstaunen war nur die Zapfsäule mit „V-Power“ geöffnet. Nur diese Säule hätte noch Benzin, wurde uns gesagt. Was wollten wir machen, hier in Italien ist der Sprit genau so teuer, wie bei uns, so um die einsfünfzig rum, aber dieser 100 Oktan Sprit kostete 1,68 (!) €. Na gut, dann eben V-Power !!! Ob dieses V-Power meinem alten Motörchen gut tun würde, mal sehen. Das wichtigste war aber, es war trocken und die Straßen gut befahrbar. Bei Andraz bogen wir rechts ab, erklommen den Colle Santa Lucia und kamen an die Rampe zum Passo Giau. Hier hob ich wieder den Arm und hatte den linken Arm gerade erst unten, da brauste auch schon Astrid an mir vorbei. Ihr folgten Volker, Juppy, Wolfgang mit Monika und Matthes. King und Erwin blieben hinter mir. Jeder fuhr jetzt wieder wie er gerne wollte den Pass hoch und oben auf der Höhe trafen wir uns wieder. Eine kurze Verschnaufpause, bzw Zigarettenpause war angesagt. Matthes schimpfte mit Astrid, was sie denn für ‚nen heißen Reifen fahren würde. Wenn sie verunglücken würde, dann müsse er wohl alleine nach Hause fahren, war seine einzige Sorge. Astrid verstand die Welt nicht mehr, sie fuhr zwar schnell, aber niemals leichtsinnig oder anders ausgedrückt, „halsüber¬kopf¬gesteuert“.
Wir machten aus, dass Monika und Wolfgang vorfuhren, damit Monika mit der Videokamera ein paar schöne Aufnahmen von unserer Gruppe machen konnte. Nach 5 Minuten folgten wir anderen den Beiden. An einer schönen Stelle konnten wir Monika mit der Kamera am Auge sehen und fuhren langsam an ihr vorbei. Ich machte das, nicht ohne meine Lichthupe mehrmals zu betätigen. Jetzt fuhr ich ganz ganz langsam die Passstraße hinunter, ich ließ den 5. Gang drin und das Moped rollte ohne Gas so mit 30 km bergab. Der Rest der Gruppe hinter mir.
Aber Wolfgang und Monika kamen einfach nicht an uns dran. Es dauerte einige Kilometer und ich entschloss mich, bei nächster Gelegenheit anzuhalten. Kaum war ich dann auch zum Stehen gekommen, sah ich Wolfgangs Yamaha im Rückspiegel. Ich startete meine EN 500 wieder und das klang dann gar nicht gut. Die Twin lief nur noch auf einem Pott. Versuche mit Vollgas, ohne Gas, Motor aus, Moped rollen lassen, alle scheiterten, es ruckelte und stank nach Sprit. Ob das am V-Power lag ? Kurz vor der Einmündung auf die Straße nach Cortina hielt ich an. Zündkerzenwechsel war angesagt. Die neuen Zündkerzen, die ich mir vor der Tour gekauft hatte, lagen, und das stellte ich nach längerem Suchen in diversen Taschen an meinem Moped fest, in meiner Garage zu Hause in Zülpich. Na da lagen sie ja gut. Scheiße dachte ich, aber Hilfe kam von Erwin, der hatte neue Zündkerzen dabei. Die hatten zwar nicht die genaue Bezeichnung, wie die, die in meinem Twin versoffen waren, aber wie sich herausstellte, funktionierten die. Die ganze Aktion dauerte so ein viertel Stündchen. War ich froh, dass ich nicht so’n neumodisches Mopedteil habe, bei dem man nicht mal mehr problemlos die Kerzen wechseln kann.
Wir erreichten Cortina d’ Ampezzo. Es war Zeit für ‚ne Tasse Kaffee, Kakao oder Cappuccino geworden. Schön in der Sonne, nee tatsächlich, die Sonne schien, genossen wir die Pause. Als wir dann den Passo Tre Croci hochfuhren, nur einige Kilometer hinter Cortina, ereilte uns auch heute das nasse Schicksal von oben. In heftigem Regen erreichten wir die Ufer des Lago Misurio. Der Blick auf die berühmten 3 Zinnen war uns durch tiefhängende Wolken versperrt.
Die geplante Strecke fuhren wir weiter, aber das Wetter wurde immer schlechter. Nach ca. 50 Kilometer Dauerregenfahrt hielt ich in Pieve di Cadoro an. Wir beschlossen, auf direktem Weg zurück zu unserer Unterkunft zu fahren. Scheiße, ich hatte eine sehr schöne, kleine Strecke über den Forcula Cibiana und den Forcuzla Staulanza geplant. Es machte keinen Sinn, bei diesem Regen die kleinen Straßen zu fahren. Also über die „Bundesstraße“ SS 48 auf nach Arabba. Und schon wieder, nasse Klamotten aus, Trockenraum … der Rest ist ja bekannt.
Auch am heutigen Abend nahmen wir unser Abendmahl in der Albergo di Pordoi ein. Etwas verwundert, weil es nicht mehr regnete, gingen wir nach dem Essen in unser Hotel Garni Royal. Und schon wieder verbrachten wir den Abend mit „31“ spielen. Ich arme Sau hatte noch nie den „Pott“ gewonnen, obwohl ich schon mehrmals im „Halbfinale“ war. Aber vielleicht sollte mir das doch noch gelingen.
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