Riesengebirge 2006

Unterwegs waren:
Mario, Edith, Chris, Manni, Guido, Marlie, Olaf, Jöckel, Wolfgang, Monika, Erwin, Maegie, King und Angelika

Datum:
09.06.2006 - 18.06.2006
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Mittwoch, 14.06.2006

Schon wieder so früh aus den Federn. Mittlerweiler war der Spruch aufgekommen: 7 – 8 – 9. Soll heißen 7 Uhr aufstehen, 8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt. Heute wurde Kultur gebolzt.
Nach dem Frühstück holte mich die Wirtin an’s Telefon, ich solle mal mit Ihrem Schwager sprechen. Etwas verwundert nahm ich den Hörer und meldete mich. Dieser Schwager erklärte mir, dass er im nahen Kowary einen Park mit Miniaturen der Gebäude der näheren Umgebung hätte. Außerdem wäre ein Mitarbeiter von ihm auch Motorradfahrer und der könnte uns die schönsten Straßen in Schlesien zeigen, bzw. beschreiben. Ich sagte ihm zu, heute noch mit der ganzen Gruppe vorbei zu kommen. Aber dazu später mehr.
In unserem Ort gibt es eine, ja fast weltberühmte Kirche namens Wang. Diese Kirche ist aus dem 13. Jhd. und stammt aus Norwegen. Auf vielen Umwegen und über lange Zeit hinweg gelangte sie im 19. Jhd. nach Krummhübel, wie Karpacz noch vor dem 2. Weltkrieg hieß. Die Geschichte dieser Kirche wiederzugeben, wäre hier zu langwierig und auch fehl am Platze. Wir erreichten gegen 9:30 h die Kirche, staunten über das Gebäude und die jetzt schon so zahlreichen Touristen und vor allen Dingen die große Schar von Schulkindern. Einige von uns nahmen an der Führung durch die Kirche teil. Danach, wir hatten es am Vorabend beschlossen, stellten wir uns zum Gruppenfoto auf.


Am Eingang zum Kirchengelände waren nicht nur zahllose Andenkenbuden, sondern auch ein Pole, der im Rübezahlkostüm auf die Zloties der Touristen scharf war. Den baten wir, sich zu unserer Gruppe zu stellen, damit wir ihn mit auf unserem Foto hatten. Schnell war auch jemand gefunden, der uns mit diversen Kameras ablichtete.

Nachdem diese Aktion abgeschlossen war, machten wir uns auf den Weg nach Kowary. Hier fand ich den „Park Miniatur“ sofort, weil ich das Hinweisschild bereits an Vortagen gesehen hatte. Am Parkplatz angekommen stand da schon ein Reisebus. Es herrschte allgemeine Unentschlossenheit, sollen wir jetzt hier rein oder nicht. Es wurden auch Stimmen laut, die sagte, wir wären zum Mopedfahren hier und nicht um uns kleine Häuschen anzusehen. Zögerlich gingen wir in Richtung Eingang. Hier stand ein junger Mann mit großem Lederhut. Er hat offensichtlich auf uns gewartet und begrüßte uns in fast perfektem Deutsch mit den Worten: „ Ich hatte Sie schon vor einer Stunde erwartet!“ Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass wir länger als erwartet an der Kirche Wang verbracht hatten, zeigte er Verständnis, weil er offenbar den Andrang dort kannte. Kzycztof oder so ähnlich, stand auf seinem Namensschild. Die polnische Form von Christoph.


Er führte uns mit sachkundigen Erklärungen an den Modellen von Häusern, Kirchen und Schlössern vorbei. Die waren alle im Maßstab 1:25 erbaut worden. Man sah, dass hier mit viel Liebe zum Detail an den Modellen gearbeitet wurde. Ein Modell zeigte ein Schloss in Waldenburg. Ein riesiges Teil. Das Original ist in Sandstein errichtet. Um die kleinen Steine des Nachbaues an das Modell zu bringen, hatte eine junge Frau 11 Monate gebraucht. Das Grundmodell war aus Styropor und darauf wurden die kleinen Steine geklebt. Eine Wahnsinnsarbeit.


Auch war das Modell der Schneekoppe mit seiner Wetterstation zu bewundern. Allerdings war das im Maßstab 1:50 errichtet worden, weil es sonst zu umfangreich geworden wären. Alles in allem dauerte der Rundgang eine knappe ¾ Stunde. Danach, es war schon fast heiß geworden, waren wir froh, in einem Gastraum Abkühlung zu finden und den Kaffee zu genießen. Mittlerweile war es schon nach Mittag geworden und man drängte auf die Weiterfahrt. „Wir haben heute noch fast nix gefahren“ waren so die Kommentare.
Wir fuhren von Kowary aus in Richtung Süden und damit in Richtung Tschechien. Bald hatten wir die Grenze erreicht und hinter der Zollstation hielten wir an. Jöckel sagte uns, dass hier ganz in der Nähe eine Besonderheit wäre, sehr skurrile Felsformationen. Um die Landschaft zu beschreiben, sagte er u. a. „Da wachsen Steine aus der Erde“, was zu großem Gelächter führte und im nachhinein bei jeder Gelegenheit immer wieder von, meistens Erwin, angebracht wurde. Er nannte auch den Ort und da, wie schon frührer erwähnt, Mario die neue Tschechienkarte hatte, durfte er die Gruppe führen. Allerdings verfranste er sich und wir fuhren suchend durch die Gegend, mit einer rasanten Offroadpassage, aber die Steinformation fanden wir nicht. Nachdem wir einen großen Kreis gefahren waren, hatte Mario unter Hilfe von Jöckel offenbar die Richtung gefunden und tatsächlich, wir kamen an einen Parkplatz der am Eingang zu dieser Felsformation lag. Wir parkten hier und wollten in einem angrenzenden Lokal unsere Mittagspause machen. Aber man sagte uns, man hätte jetzt bis 17:00 h geschlossen. Es war ja auch schon ½ Drei.

Eintritt für die Besichtigung und eine Wanderung zu den Steinen wollten wir dann doch nicht machen. Wir fuhren weiter und nach einigen Kilometern lang linker Hand eine Mühle, welche zu einem Restaurant und Hotel umgebaut worden war. Hier machten wir Pause. Ich aß einen wunderbaren Palatschinken (schreibt man das so) auf jeden Fall war der superlecker.
Meinen „Irokesen“ hatte ich ja schon öfter erwähnt. Ich holte meinen Helm und machte das Ding ab, mit dem Zweck, ihn Erwin auf sein von wenig Haaren bedecktes Haupt zu pappen. Jöckel war derjenige, welcher diesen Job sehr gerne übernahm. Erwin machte den Spaß mit, tat so, als wäre das vollkommen normal und aß genüsslich seinen Salat weiter. Natürlich wurden diverse Fotos von ihm gemacht.


Sah schon toll aus unser Erwin mit dem schwarz-rot-goldenen Irokesen.
Es war an der Zeit, weiter zu fahren. Mario führte weiter unsere Gruppe an. Wir kamen an die Zollstation hoch in den Bergen und der Zöllner fragte Mario, ob wir eine Gruppe wären und winkte uns dann alle, ohne Passkontrolle durch. Hinter dem Grenzübergang machten wir dann eine Zigarettenpause und ich bekam zu hören: „Siehst Du, wenn Du nicht vorfährst, brauchen wir nicht die Pässe zu zeigen!“ Ja Prima, es war wirklich so, das erste Mal, dass nicht alle unsere Pässe kontrolliert wurden. Wir fuhren dann wieder über die schöne, kurvenreiche Straße bis Kowary hinunter, tankten hier und waren kurze Zeit später gegen 18:00 h an unserer Pension. So spät war es an keinem anderen Tag geworden.
Garage auf – Mopeds rein – rauf auf die Terrasse – Klamotten aus – Bier – duschen – Abendbrot. Das Abendbrot war nicht wie sonst, sondern die Wirtsleute hatten zum Grillen geladen, Grund; heute Abend war das WM Spiel Deutschland gegen Polen. Auf der Terrasse hatte der Sohn des Hauses einen Fernseher angeschlossen.


Das Spiel begann um 21:00 h und eine viertel Stunde vorher versank die Abendsonne hinter den Bergen. Jetzt war das Bild am Fernseher gut zu sehen und gespannt warteten wir den Beginn des Spieles ab. „Wir müssen noch tippen“ meinte Maeggi. Gesagt getan, sogar die Wirtin machte mit, zahlte einen Euro und tippte ein 0:0. Wir „Deutschen“ waren natürlich mit unseren Vorhersagen optimistischer, mein Tip zum Beispiel lautete 4:1. Je länger das Spiel dauerte, desto optimistischer wurde unsere Wirtin. Es stand immer noch 0:0. Selbst in der 90. Minute hatte dieses Ergebnis noch Bestand. Aber ... Jürgen Klinsmann wechselte eine viertel Stunde vor Schluss David Odonkor und Oliver Neuville ein. Und die Beiden waren für das 1:0 in der 93. Minute verantwortlich. Odonkor flankte von rechts und Neuville „lochte“ ein. Suuuper, „wir“ hatten gewonnen und unsere Wirtin war ein wenig geknickt. Hatte sie doch schon fest damit gerechnet, dass sie den Pott mit 15 Euro gewonnen hatte. „Wir“ hatten das 2. Gruppenspiel gewonnen und wie das dann letztendlich mit der WM gelaufen ist, weiß ja wohl jeder.
Da keiner das Ergebnis 1 : 0 richtig getippte hatte, kam, wie nicht anders zu erwarten, von unserem Kassenwart Erwin sofort die Anweisung: „ Her mit den Flocken, kommt in die Kasse !„
Nachdem es so langsam aber sicher empfindlich kalt auf der Terrasse geworden war, machten wir uns gegen Mitternacht ins Bett


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