Dienstag, 03.06.2008
Die für heute geplante Strecke:
Arabba – Andraz – Pso di Falzarego – Pso die Valparola – Abtei Badia – St. Martin – Untermoi – Würzjoch – Lüsen – St. Andrä – St. Jakob – St. Georg – St, Peter – St. Ulrich – St. Christina – Wolkenstein – Sella Joch – Pso Pordoi – Arabba
Pünktlich um 10:00 h kamen Astrid und Mattes an unserem Hotel an. Die Beiden waren mit dem Wohnmobil hier und hatten in Corvara einen sehr schönen Stellplatz gefunden. Von Arabba führt die Straße immer den Berg runter bis nach Andraz. Hier bogen wir zum Passo di Falzarego ab. Ach so, was ich vergessen habe zu erwähnen, das Wetter! Es war zwar etwas kühl, so um die 12 ° aber die Sonne schien, hurra !
Maggie hatte sich heute Angelika angeschlossen und sie gingen zum Pordoi hinauf. Für Angelika bereits der zweite Aufstieg.
Heute wurde in Italien wieder normal gearbeitet und so waren die Passstrassen ziemlich leer, wir konnten sehr schön fahren. Wir hatten uns ausgemacht, dass ich nicht mehr vor den Pässen anhalten, um die Fahrt frei zu geben, sondern nur noch den Arm heben würde. Das klappte auch prima. Jeder fuhr wie er wollte. Die Weiterfahrt auf der Passhöhe kam etwas ins Stocken, weil wir uns noch die entsprechenden Aufkleber und Anstecker kaufen mussten. Die Trophäen unserer Tour !
Weiter ging es über den Passo di Valparola hinunter ins Tal nach Alta Badia. Im nächsten größeren Ort, in St. Martin machten wir an einem Supermarkt Halt, um uns mit diversen Köstlichkeiten für unser geplantes Picknick einzudecken. Kurze Zeit später verließen wir die nun viel befahrene SS 244 nach links hinauf zum Würzjoch. Hier im Waldstück vor der Passhöhe hatten wir bei der 1998er Tour einen sehr schönen Platz zum Picknick gefunden. Übrigens gefunden, ich fand ihn diesmal nicht. In den vergangenen 10 Jahren ist hier doch eine ganze Menge verändert worden. 4 Kilometer hinter der Passhöhe des Würzjoches bog ich nach rechts in Richtung Lüsen ab. Die Straße, sehr schmal und holprig führt bergab an einem kleinen Fluss entlang. Ein paar Kilometer vor dem Ort entdeckte ich auf der linken Seite einen, ja wie soll man das nennen, einen Festplatz. Das war offensichtlich der „Dorfplatz“ von Lüsen. Sehr schön gelegen, mit einem Tanzboden, wie man ihn aus den 50er Jahren Heimatfilmen kennt, einem kleinen Teich und Spiel¬geräten für die Kids. Ideal für unser Picknick. Und zu unserem großen Glück kam auch noch die Sonne zum Vorschein. Was wollten wir mehr, perfekt !
Tja, perfekt, nach unserem Picknick und einer guten Stunde Fahrt, sahen wir schon die drohenden Gewitterwolken, fuhren aber trotzdem weiter. Nach einer weiteren Stunde, es regnete mittlerweile wieder, dachte ich, es wäre gut, jetzt irgendwo eine Pause einzulegen. Den Gedanken hatte ich, es folgte eine enge Rechtskurve und unmittelbar hinter dieser Kurve, war völlig überraschend, mitten in der Prärie eine bewirtschaftete Hütte, direkt an der Straße.
Ja das nennt man Glück, denn als wir gerade unter den Sonnenschirmen auf der Terrasse Platz genommen hatten, wurde der Regen stärker. Am Nachbartisch saßen Holländer, die mit dem Moped hier waren, die flüchteten sofort in die Hütte, nicht wegen uns –hoffe ich- sondern wegen des Regens!
Ja, das war’s dann für heute. Da in der Richtung, in die wir eigentlich noch fahren wollten, das Gewitter heftiger wurde, entschlossen wir uns, den gleichen Weg, übers Würzjoch wieder „nach Hause“ zu nehmen. Regen begleitete uns bis Arabba. Hier angekommen, dann die mittlerweile übliche Prozedur, nasse Klamotten aus, in den Trockenraum damit, hoch an die Bar, Bier geordert, hoch ins Zimmer, unter die Dusche, wieder runter, wieder Bier.
Angelika und Maggie erzählten uns von ihrer Tour und auch noch ganz aufgeregt, dass sie einen herrenlosen Hund oben am Pass aufgefunden hatten. Dieser Hund war ihnen den gesamten Weg hinunter nach Arabba gefolgt. Aber hier stellte sich für die Beiden schnell heraus, dass das dieser Köter immer so machen würde.
Was sich aber heute von den anderen Tagen unterscheid war, dass wir nicht in „unserer Pizzeria“ aßen, weil heute geschlossen, sondern in die Albergo di Pordoi zum Essen gingen. Nach dem guten Essen, ich hatte mir eine Portion Spaghetti Carbonara bestellt, gingen wir durch den strömenden Regen zurück in unser Hotel und spielten hier den ganzen rechtlichen Abend Karten. Unterbrochen nur durch Ausscheiden oder Zigarettenpause auf der Terrasse im Regen. Ich glaube, so eine Stunde vor Mitternacht machten wir uns mit wenig Hoffnung auf besseres Wetter in den Federn.
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