Riesengebirge 2006

Unterwegs waren:
Mario, Edith, Chris, Manni, Guido, Marlie, Olaf, Jöckel, Wolfgang, Monika, Erwin, Maegie, King und Angelika

Datum:
09.06.2006 - 18.06.2006
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Dienstag 13.06.2006

Schon wieder musste ich meinen Schlaf unterbrechen, weil um acht Uhr war wieder Frühstückszeit. Um neun Uhr saßen wir auch schon wieder auf’m Bock. Mario, Edith, Jöckel und Guido machten sich auf den Weg, in Görlitz den neuen Regler zu besorgen. Wir anderen fuhren zuerst einmal zu einem Supermarkt und kauften uns etwas für’s Mittagessen. Wie wir am Vortag beschlossen hatten, wollten wir unsere Pause an dem schönen See machen. Aber der Reihe nach.
Nachdem wir uns mit genügend Essbarem eingedeckt hatten, ging die Tour los. Über Kowary, dem früheren Schmiedeberg, fuhren wir über die 368 in die Berge bis hinauf an die Grenzstation. Wir erreichten dann auch bald den Ort Lanov an der großen „Bundes“-straße 14. Von hier aus geht es rechts ab hinauf in die Berge über Dolni Dvur nach Strazne. Mario war diese Strecke schon mit Edith zusammen gefahren und sagte mir am Abend vorher, dass das eine ganz tolle Straße wären. Am Hinweisschild Dolni Dvur bog ich rechts ab, kam in ein Wohngebiet und merkte bald, das kann nicht stimmen. Ein Stückchen zurück und an einer anderen kleinen Straße abgebogen. Siehe da, die Straße endete auf dem Hof eines, ja was war das, sagen wir mal Schullandheim. Hier stellten wir zuerst einmal die Maschinen ab. Ich musste auf die Karte schauen. Ein sportlich gekleideter, aber auch sportlicher Mensch kam mit Müll zum Mülleimer. Die Chance für mich, um nach dem Weg zu fragen. Gottlob sprach der Mensch sehr gut deutsch, im Gegensatz zu meinem tschechisch. Kein Wort davon kann ich. Er erklärte mir, dass ich eine Straße zu früh abgebogen wäre. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und ich glaube Maeggi war’s, frage ihn nach einer Toilette. Er erklärte den Weg und einige unserer mitreisenden Damen nutzen die Gelegenheit der Erleichterung. Als sie wieder zurück kamen, hieß es, „Wir können hier auch einen Kaffee kriegen, hat der gesagt.“


Übrigens gesagt, gesagt – getan. Der freundlichen Mann, so um die 40 führte uns durch das große Gebäude in einen Speisesaal und schüttete und Kaffee auf. Auch Cappuccino, sehr zur Freude von Manni, bereitete er für uns zu. Nach fast einer Stunde machten wir uns dann wieder auf den Weg.
Es ging über die 14 wieder hinauf in die Berge und weiter über die kleine Straße, die wir gestern schon getestet hatten, zu „unserem“ See, der auf einer Höhe von fast 1.000 Metern liegt. Hier machten wir Mittag. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien, der See lag ruhig in der Mittagssonne, einfach alles perfekt. Scheint hier ein beliebtes Gebiet für Wanderer zu sein, denn einige Gruppen von den „Zufußgehenden“ zogen an uns vorbei, bewunderten unsere Mopeds und der eine und andere Smalltalk wurde gehalten.

Nach der Mittagspause ging es weiter am See entlang und dann durch ein langes Stück Waldgebiet. Die Straße war perfekt, Kurven, wenig Verkehr und astreiner Asphalt. Ich schätze mal, so um die 15 Kilometer ging es bergab und wir erreichten Hejnice. Wir beschlossen, dann die Tour über Frydland fortzusetzen. Von hier aus über die 291 Richtung Grenze. Das blöde war nur, die Straße wurde neu geteert. Wir mussten über den frischen Teer fahren, sehr unangenehm, rutschig und man hatte immer das Gefühl, unsere Mopeds würden nur so mit Teer verdreckt. Als wir den nächsten Ort, Nove Mesto, durchfuhren, trafen wir auf die „Ersatzteilbeschaffer“ Mario, Edith, Jöckel und Guido. Wir unterhielten uns, ob das mit dem Regler geklappt hatte, hatte geklappt, aber Mario sagte mir, die Straße, die ich zur Weiterfahrt geplant hatte, wäre in einem fürchterlichen Zustand. Nach kurzer Beratung waren wir uns klar, wir fahren die Straße nach Hejnice zurück und dann die superschöne Straße hinauf in Richtung See. Am Ende der Steigungsstrecke lag das Wittighaus, so eine Art Berghütte. Wir machten aus, dass wir ab Ortsende Hejnice die Gruppe auflösen und jeder für sich zum Wittighaus fahren würde, um dann hier oben unseren nachmittäglichen Kaffee einzunehmen.
Da Mario sich eine sehr gute Karte von Tschechien schon Tage vorher gekauft hatte, übernahm er die Führung, was natürlich bedeutete, daß er den Irokesen aufs Haupt gebappt bekam. Das Ding stand ihm gut!


Ich fuhr ganz hinten, was auch mal sehr schön ist, so die ganze Gruppe vor sich zu haben, anstatt immer als Erster zu fahren. Hinter Hejnice ging’s dann los. Der Gashahn wurde bis hinten wieder aufgedreht und ab ging die wilde Fahrt. Es machte richtig Spaß mal endlich „die Sau rauszulassen“. Ich weiß nicht genau, wen ich alles mit meinem kleinen Chöpperchen überholt habe, ich glaube Wolfgang, King, Erwin, Marlies und Manni, hinter mir waren Jöckel und Guido. Als ich oben an der Hütte oder angekommen war, standen Mario, Edith und Olaf schon neben ihren Maschinen. Ist schon toll, mit meinem 500 ccm und 200.000 km auf dem Tacho habenden Moped volle Kanne den Berg hoch zu fahren. Allerdings musste ich in den Kurven auf dem Sitz hin und her rutschen, damit ich den Chopper sicher die Ecken rum bekam. Außerdem konnte jeden Moment Gegenverkehr sein, deshalb war besondere Vorsicht geboten. Also, schön schnell aber niemals Hals über Kopf!
Hier muß ich einmal einschieben, dass wir einen Fastneuling in unseren Reihen hatten. Marlies war vor ein paar Jahren mal kurz mit einer BMW unterwegs und hatte jetzt wieder Spaß am Motorradfahren und sich eine Yamaha XJ 650 Baujahr 84 zugelegt.. Man merkte ihr schon an, dass sie noch nicht so sicher auf der Maschine war. Vor allen Dingen in den Kurven war sie noch langsam. Aber mit jedem Kilometer und einigen Tipps wurde es von Tag zu Tag besser. Sie lernte schnell und an den letzten Tagen der Tour konnte man keinen Unterschied zu uns anderen mehr feststellen.


Jetzt wieder zurück zu unserer Tour. Nach einer ausgiebigen Pause hier oben auf 1150 Metern, fuhren wir wieder am See entlang, jetzt natürlich in anderer Richtung. An einer Einmündung bog ich links ab, sah aber, dass von rechts ein Fahrzeug nach links in Richtung des Sees kam.
Ich fuhr noch vor diesem Wagen und sah dann im Rückspiegel noch so gerade, wie der Wagen vor Marlies abbog. Nach dem nächsten Blick in meinen Spiegel, sah ich aber niemanden. Ich hielt an und wartete. Nach kurzer Zeit kam Olaf und sagte, dass Marlies umgekippt sei.
Wir fuhren zurück und da standen alle an dieser Kreuzung. Marlies stand an ihrer Yamaha umringt von den anderen. Ich fragte sie, ob ihr was passiert wäre, ob sie in Ordnung wäre. „Alles klar, der Blödmann hat mich geschnitten und ich bin umgekippt“ Na „Gott sei dank“ ging mir durch den Kopf. Am Moped war auch nichts schlimmes, war halt umgekippt und auf die Koffer gefallen. Nach einer längeren Zigarettenpause ging es dann zurück zu unserer Unterkunft.
The same procedure as every day; Garage auf, Terrasse, Klamotten aus, Bier.
Nach dem Abendessen wie schon am Vortag, gingen wir uns ein WM-Spiel anschauen. Enttäuschend spielte Brasilien gegen Kroatien nur 1:0. Die Brasilianer hätten sich nicht beschweren können, wenn sie nicht gewonnen hätten.


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