Montag, 12.06.2006
Um halb acht aufgestanden (viel zu früh für mich, aber die Anderen wollten es ja so) um 8 Uhr gefrühstückt. Nach dem Frühstück war es Sitte, dass sich die Raucher auf der Terrasse zur wahrscheinlich ersten Zigarette des Tages versammelten. Auch die Nichtraucher kamen nach und nach hinzu und ich erinnerte an die Pässe. „Wieso datt dann?“ schmetterte Maeggi, „wir fahren doch nach Görlitz!“ „Ja eben!“ erwiderte ich, als Maeggi nach einer kurzen Bedenkzeit dann auch realisierte, dass wir hier in Polen waren und nach Deutschland fuhren. Gegen 9 Uhr waren wir schon unterwegs. Wir fuhren deshalb nach Görlitz, weil Guido einen Regler für seine VFR besorgen wollte. Hier in Görlitz am Zoll fragte ich eine etwas viel zu rundliche deutsche Zöllnerin nach einem Hondahändler. Bereitwillig gab sie uns Auskunft, wo der Händler zu finden sei. Guido, begleitet von Jöckel, Edith und Mario trennten sich von uns um das Ersatzteil zu besorgen.
Wir, der Rest der Truppe fuhren in die Innenstadt. Eine wunderschöne, vom 2. Weltkrieg verschonte Stadt. Am Obermarkt stellten wir unsere Moped’s ab und warteten bei bestem Wetter die Rückkehr der Ersatzteilbesorger ab. Dazu hatten wir uns ein Eiscafé ausgesucht, welches Tische und Stühle vor dem Laden stehen hatten. Einige von uns nutzten die Gelegenheit, sich in der näheren Umgebung etwas umzusehen.
 Ich glaube, hier werde ich nicht zum letzten Mal gewesen sein. Es gibt sehr viel zu sehen. Nachdem wir fast zwei Stunden gewartet hatten, stießen die Vier zu uns. „Morgen kann ich den Regler holen“ sagte Guido, leider wäre er nicht auf Lager gewesen. Eine Lösung für das Reglerproblem hatte natürlich Jöckel parat. Guidos Moped fuhr ja jetzt nur auf Batterie und wenn die schlapp macht, sollte Guido und Olaf die Batterien wechseln, weil Olaf das gleiche Moped fährt. Das hat auch im Laufe des Tages prima geklappt.
Wir verließen Görlitz und fuhren entlang der deutsch-polnischen Grenze und entlang der Neiße nach Zittau. Hier überquerten wir die Grenze zu Polen und nach ein paar Kilometern die Grenze nach Tschechien.
Ich hatte den Vorschlag gemacht, uns Liberec, das ehemalige Reichenberg, anzuschauen. Aber das klappte nicht so richtig, ich kam nicht in die Stadt hinein, es war schwül heiß und Mario und Edith hatten sich abgesetzt. Wir standen an einer viel befahrenen Straße in der brütenden Hitze und beschlossen, hier müssen wir raus, wir suchen uns in einem kleinen Ort eine Möglichkeit zur Pause. Es dauerte eine ganze Zeit bis wir aus dem Berufsverkehr um Liberec und Jablonec heraus waren und wieder schöne Wälder durchfahren konnten. Wir waren in Richtung Grenzübergang vom Vortag unterwegs und mir fiel das schöne Restaurant als ideale Pausenmöglichkeit ein. Hier kamen wir dann am Nachmittag an. Zum zweiten Mal wurden wir sehr gut bedient und bewirtet. Wir kamen mit dem Wirt ins Gespräch und er zeigte uns dann die Hotelzimmer. Wahnsinn, solch ein Standard. Die Zimmer waren Klasse, so schätzungsweise 3 Sterne Kategorie bei uns.
Das Tollste war aber der Preis; 14,50 Euro verlangt der für die Übernachtung mit Frühstück. Hätten wir das nur vorher gewusst! Falls es uns noch mal nach hier verschlagen sollte, dann nur in dieses Hotel. In der Vorbereitung zu unserer diesjährigen Tour hatte ich auf der Karte eine kleine Straße an einem See entlang entdeckt. Von der Karte her eine sehr schöne Straße. Aber ... auf der einen Karte war die Straße als gesperrt eingezeichnet, auf einer anderen nicht. Ich fragte den Wirt, ob diese Straße, welche ganz in der Nähe des Hotels war, fahrbar wäre oder nicht. „Die Straße können Sie fahren, die Sperre gilt nur für den Winter“ Ich schlug vor, doch mal eine Stück dieser Straße zu fahren, wir hatten ja noch was Zeit. Es wurde Klasse, prima Straßenbelag, kein Verkehr, wunderschöner See. Ich suchte jetzt einen Rastplatz für die morgige Mittagsrast. Aber leider war um den See ein Wasserschutzgebiet, so daß wir nirgends an das Ufer des Sees gelangen konnten. Am Kopf des See waren aber Tische und Bänke. Wir beschlossen hier morgen unsere Mittagsrast zu machen. Wir kehrten um und fuhren dann in Richtung „Heimat“ zurück.
Kurz vor Karpacz versperrte uns eine Umleitung die restlichen 5 Kilometer des Weges. Nachdem wir schon einige Kilometer die Umleitung gefahren waren, kam Olaf nach vorne gefahren. Ich hielt an und Olaf meinte, warum ich denn hier fahren würde. „Ja wegen der Umleitung“ entgegnete ich ihm. „Hier ist doch überhaupt keine Umleitung“ widersprach er mir. „Ja hast Du denn nicht den durchgestrichenen Hinweis nach Karpacz gesehen?“ „Nee, der war nicht durchgestrichen!“. Also gut, dachte ich, umgedreht, wieder zurück gefahren und es stellte ich heraus, das Hinweisschild war doch durchgestrichen. Also schon wieder umgedreht und doch die Umleitung gefahren. Als wir dann endlich in Karpacz ankamen, wurden die Mopeds wieder mit Benzin gefüllt und ab zur Unterkunft. Die gleiche Prozedur wie gewohnt, Garage, Terrasse, Bier !
 Heute Abend gingen wir mal kein WM Spiel gucken, sondern in eine etwas seltsam aussehende Kneipe. Alles aus Holz, die gesamt Inneneinrichtung nur Holz. So’n Ding würde bei uns in Deutschland niemals eine Konzession erhalten. War aber sehr gemütlich hier, nur, um 22:00 h machten die Leute Schluss. Na ja, war auch mal schön, etwas früher in die Federn zu fallen.
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