Sonntag, 01. Juni 2008
Die heutige Strecke:
Arabba – Pieve – Rocco Piétore – Pso di Fedaia – Canazei – Sella Joch – Grödner Joch – Corvara – Pso di Valparola – Pso di Falzarego – Pso di Giau – Arabba.
Als ich am Morgen den Inhaber, Stefano di Martin, traf, sprach ich ihn auf mein Problem mit dem Kopfkissen an. Für ihn war es gar kein Problem, er sagte mir ein anderes Kissen zu. Sie hätten von den „richtigen“ Kissen noch, aber die meisten Gäste möchten lieber die flachen Dinger haben.
Das Frühstück war, ja wie war das, es war eigentlich ganz normal. Nicht’s Besonderes, aber auch nicht schlecht, eben normal.
Um 10 Uhr machten wir uns zu unserer ersten, und das kann ich jetzt schon sagen, einzig trockenen Tour dieser Jahrestour auf. Diesmal fuhren natürlich auch Erwin und Maggie mit. Den ersten Stopp machten wir 6 km hinter Arabba, in Piéve an der Tankstelle. Hier kostete der Sprit sage und schreibe 1,53 €. Weiter ging es talwärts und im nächsten kleinen Ort war beinahe die Tour für mich zu Ende. So ein bekloppter Italiener kam mir mit seinem Wagen entgegen, stoppte ab und zog dann doch, von sich auch gesehen, nach links in eine Einfahrt ab. Nur durch heftiges Bremsen und blockieren des Hinterrades konnte ich einen Zusammenstoß verhindern. Mein Moped wackelte schon recht ordentlich mit „der Fott“ hin und her. Weiter ging es, jetzt wieder bergauf in Richtung Marmolada. Vor dem Passo Fedaia liegt der kleine Ort Sottoguda. Hier ist eine fantastische Klamm, die man bis von einigen Jahren noch durchfahren konnte. Astrid, die mit Ihrem Mann Matthes heute zu uns gestoßen waren, hatte mir schon gesagt, dass die Klamm für den Verkehr gesperrt wäre. Aber ich als ungläubiger Thomas wollte mich selbst davon überzeugen. Wäre schade gewesen, wenn wir doch hier hätten durchfahren können und es nicht versucht hätten. Aber Astrid hatte –leider- Recht. Also mussten wir den Weg über die Umgehungsstraße hinauf zur Marmolada nehmen. Vor dem Passo Fedaia löste ich die Gruppe wieder auf. Oben angekommen trafen so nach und nach alle Mitfahrer wieder ein. Hier oben auf der Passhöhe waren es 16 – 17 ° und Sonnenschein.
Bei der Passabfahrt nach Canazei filmte Monika unsere Gruppe. Der nächste Pass, der zu erklimmen war, war das Sellajoch. Mein Bruder, ein begeisterter Bergwanderer, gab mir vor der Tour den Tipp, im „Refugio Valentini“ einzukehren. Ich fand die Zufahrt, kurz hinter der Passhöhe auch, aber leider war das Refugio geschlossen, sehr zum Bedauern der Wirtin, wie sie uns sagte.
Wir fuhren weiter über das Grödner Joch und machten dann kurz vor Corvara unsere Mittagspause. Hier war es schon richtig schön warm geworden, so um die 25° rum und der Planet knallte uns aufs Hirn. Nachdem wir gut gegessen hatten, Maggie hatte sich eine Portion Spaghetti munden lassen, ich verspeiste einen Apfelstrudel und was die Anderen aßen, weiß ich nicht, ging die Fahrt weiter, über Corvara, den Passo di Valparola zum Passo di Falzarego.
Hier oben haben sich die Österreicher und Italiener im 1. Weltkrieg gegenseitig in die Luft gesprengt. Ein Museum, welches King und ich besuchten, dokumentierte diesen Wahnsinn. Für mich sehr interessant zu sehen, für den Rest der Truppe, mit Ausnahme von dem schon erwähnten King, offensichtlich nicht.
Weiter ging die Fahrt vom Pass hinunter in Richtung Cortina d’Ampezzo. Kurz vor diesem weltbekannten Wintersportort bogen wir nach rechts ab und ich löste, wie mittlerweile schon üblich geworden, die Gruppe vor dem Passo di Giau auf. Los ging die wilde Fahrt, aber nur Volker und Juppy konnten mich mit meinem kleinen Chöpperchen überholen. Mein Twin leistete richtig viel Arbeit und wenn ich den aufdrehe, fängt der Motor so richtig an zu brüllen. Hat riesig Spaß gemacht, nur musste ich in den Kurven und Kehren aufpassen, damit ich nicht mit meinen Sturzbügeln auf dem Asphalt aufsetzte. Oben an der Passhöhe angekommen, trauten wir unseren Augen kaum. Massen von Motorradfahrern. Alle nutzten offensichtlich das schöne Wetter an diesem Sonntag aus. Obwohl, mittlerweile war das Wetter gar nicht mehr so gut. Dicke Wolken, aber zum Glück regnete es nicht, aber wir machten trotzdem, dass wir schnell „nach Hause“ kamen, denn nass werden, wollten wir nicht. Den Pass verließen wir talwärts in westlicher Richtung, kamen über den Colle de Santa Lucia in Richtung Andraz und jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis Arabba. Um ½ 4 waren wir wieder in unserem Hotel.
Die Zeit bis zum Besuch der Pizzeria vertrieben wir uns mit Erzählen und Kartenspielen. Nachdem wir wieder gut gespeist hatten, fanden wir uns wieder im Hotel Garni Royal ein. Normalerweise spielen wir bei unseren Motorradtouren schon fast traditionsgemäß das Spiel „Activity“. Aber ich Doof hatte vergessen, es mitzunehmen. Stattdessen wurde Karten gespielt, 31 nennt sich das Spiel. Auch spielten wir „Personen erraten“. Bei diesem Spiel schreibt man der neben einem sitzenden Person einen Zettel, den man auf die Stirn des Nachbar klebt und der muss dann durch geschicktes Fragestellen erraten, welche Person auf dem Zettel auf seiner Stirn steht. Wird die Frage mit „ja“ beantwortet, darf man weiterfragen, beantwortet man die Frage mit „nein“ so ist der Nächste dran.
Mitten während des Spieles, es waren so gegen 22:00 h kam, ganz aufgeregt, die Mutter von Stefano zu unserem Tisch und sagte uns, wir sollen nach draußen auf die Terrasse kommen. In den Bergen wären die „Herz-Jesu-Feuer“ entzündet worden.
Und siehe da, rund um Arabba brannten in den Bergen Feuer. Das ist hier in den Dolomiten so Brauch, dass die Burschen am Herz-Jesu-Sonntag, der heute war, diese Feuer entfachten. Sah schon toll aus. Aber die Mutter meinte auch, dass früher dieser Brauch viel stärker gepflegt wurde. Heute würden nur noch einige Feuer brennen, früher wären viel mehr Feuer gemacht worden.
Nach einer weiteren Stunde gingen wir dann zu Bett.
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