Donnerstag, 21. 05. 2009
Die Streckenführung:
Reinsfeld – Bescheid – Berglicht – Dhorn – Piesport – Minheim – Bernkastel-Kues Longkamp – Traben-Trarbach – Reil – Briedel – Hahn – Bärenbach – Sohren – Laufersweiler – Rhaunen – Stipshausen – Schauren – Sensweiler – Wirschweiler – Börfink – Hermeskeil – Kell am See – Reinsfeld
Am heutigen Feiertag frühstückten wir so gegen neun Uhr, bzw. ich kam an den Frühstückstisch, natürlich, wie schon fast traditionell, als Letzter. Das Frühstück war für mich sehr enttäuschend, kein Buffet, sondern nur trockenes und zu allem Überfluß auch noch hartes Graubrot. Das war auf einer Skala von 1 „Sehr gut“ bis 10 „ungenießbar“ höchstens eine „8“. Na, der Tag fing ja schon mal toll an !
Gegen 10:00 h starteten wir dann zu unserer ersten Hunsrück-Tour. Allerdings mussten wir vorher noch nach Hermeskeil fahren, weil wir am Vorabend vergessen hatten, unsere Tanks aufzufüllen. Nachdem das dann erledigt war, konnte es nun losgehen. Wir fuhren zurück nach Reinsfeld und von hier aus in Richtung Norden und fast immer bergab, bis wir bei Piesport an die Mosel kamen. Wir überquerten den Fluß und fuhren auf der nördlichen Seite bis Bernkastel-Kues. Hier querten wir wieder die Mosel und fuhren die B 50 hinauf bis Longkamp. Von hier aus gings wieder bergab bis Traben-Trarbach. Wir nahmen die B 53 am rechten Moselufer. Es wurde Zeit für unsere erste Kaffeepause. Blöderweise lagen auf der anderen Flussseite für uns gut sichtbar, einige sehr schöne Cafés. Blöderweise deshalb, weil auf unserer Seite weit und breit nichts von einem Tassekaffeegeschäft zu sehen war. Ich fuhr in den Ort Enkirch, aber auch hier nichts Passendes. Bevor wir wieder auf die Bundesstraße kamen, hielt ich an einem Parkplatz an. Das wurde natürlich von uns Rauchern sehr gerne angenommen. Nach einer kurzen Pause waren wir uns darüber einig, dass wir bis Reil fahren und hier würden wir bestimmt was finden. Aber in Reil angekommen mussten wir feststellen, dass am heutigen Feiertag –und bei diesem tollen Wetter- fast alle Lokale besetzt waren. Es war ja auch schon Mittagszeit. Aber nach einigem Suchen hatten wir dann doch ein schönes Hotel-Restaurant-Café direkt an den Gestaden der Mosel gefunden. Sehr geschmackvoll war die Terrasse hergerichtet. Eine sehr freundliche und nett anzusehende junge Dame fragte uns nach unseren Wünschen und Manni machte ein Spiel von wegen Cappuccino. Wäre der aus Tüten oder selbst gemacht und so weiter und so weiter. Das alles ließ aber die Kellnerin völlig kalt und beantwortet seine nervigen Fragen mit einer sehr großen Gelassenheit.
Das Besondere an dieser Terrasse war ein Bachlauf, der quer über sie angelegt war. Das Wasser dazu kam aus einer, auf der Seite liegenden, Amphore. Sehr schön, vor allen Dingen, wenn man seine Motorradjacke über die Stuhllehne hängt, dann aufsteht und bemerkt, dass die Jacke so schwer ist, dadurch der Stuhl mit samt eben dieser Jacke umkippt und die Jacke im Wasser des Bachlaufes landet. Gott sei Dank ist mir das nicht passiert, Mattes war der Unglücksrabe.
Um knapp vor eins verließen wir Reil und fuhren entlang der Mosel bis Briedel. Hier verließen wir das Tal und fuhren über sehr schöne, weil kleine Straßen hinauf auf den Hahn. Bekannt durch den Flughafen. Nur ein paar hundert Meter waren wir auf der Hunsrückhöhenstraße. Nach rechts abgebogen, wieder auf einer kleinen Straße, entdeckte ich ein Hinweisschild auf eine Gokartbahn. Ich bog ab, hielt an und fragte nach, ob wir mal ein paar Runden drehen wollten. Allgemeine Teilnahmslosigkeit gab mir zu verstehen, dass so gut wie kein Interesse bestand. Wäre bestimmt lustig geworden, aber die Jungs und Mädels waren anscheinend nicht so begeistert, wie ich. Schade.
Leider wurde das Wetter schlechter, die Sonne verkroch sich hinter den Wolken und es drohte sogar Regen. Aber gottlob wurde es nicht nass von oben. Eine kurze Zigarettenpause war mal wieder angesagt und ich hielt deswegen in Sensweiler an.
   Wir standen auf einem leicht abschüssigen, asphaltierten Platz. Plötzlich ein unangenehmes Geräusch, was war passiert? Heinrichs „Trudi“ war umgekippt. Er hatte sein schweres Moped auf den Seitenständer gesetzt, aber nicht daran gedacht, einen Gang einzulegen. So setzte sich das Moped nach vorne in Bewegung, der Seitenständer klappte ein und das von Chrom blitzende Gefährt lag da. Heinrich wurde von wem auch immer geholfen, das schwere Ding wieder aufzurichten. Passiert ist nichts, denn die „Trudi“ hat Sturzbügel.
Nach diesem Malheur ging es weiter und in Hermeskeil mussten wir tanken. Eigentlich hatte ich vor, von hier aus die paar Kilometer zu unserer Unterkunft zu fahren, aber siehe da, das Sönnchen kam wieder hervor. Wir entschlossen uns am See bei Kell noch ein Tässchen Kaffee und Kuchen zu uns zu nehmen. Gesagt, getan, aber kaum saßen wir auf der Terrasse, da war die Sonne auch schon wieder verschwunden, was uns aber überhaupt nicht davon abhielt, unser Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Dann wurde es aber bald Zeit und wir erreichten unsere Unterkunft in Reinsfeld gegen 17:00 h. Ritual: Moped abstellen, rein ins Gasthaus, Bier bestellt, Bier getrunken, auf’s Zimmer, geduscht und wieder runter zum nächsten Bier.
Um 19:00h war Abendessenszeit. Aber wir mussten bis 8 Uhr auf unsere Bestellungen warten. Ziemlich lange Zeit, aber das gute Essen entschädigte uns für die lange Wartezeit.
Maggie hatte ein neues Kartenspiel mitgebracht, „Solo“ heißt das. So was Ähnliches wie „Uno“ nur noch gemeiner. Es gibt bei diesem Spiel Karten, die aussagen, dass alle Mitspieler mit dem Nebenmann die Karten tauschen müssen. Je nach dem, wie man diese Karte einsetzt, kann das schon ziemlich gemein sein. Man freut sich, dass man nur noch eine oder zwei Karten hat und dann kommt diese Scheißkarte ins Spiel. Nix war’s mit gewinnen, jetzt hat man die Hand voller Karten. Mit diesem lustigen Spiel verbrachten wir den ganzen Abend. Ich war natürlich mal wieder der Letzte, der eine halbe Stunde vor Mitternacht ins Bett kam, normal !
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